Mittwoch, 12. Februar 2014

Gute Vorsätze - ade! Nr. 3


Hier wird der dritte Dauervorsatz gelassen aufs Eis gelegt, damit er erfriere.

3. Dazugehören

Ich bin fehl am Platz unter Menschen, bei Partys und sonstigen Gelegenheiten zu kleinen Plaudereien. Ich bin linkisch, in mich gekehrt, ruhig und immerzu versucht meiner sozialen Inkompetenz mit sarkastischen Bemerkungen Luft zu verschaffen. Dass ich jede andere Weltsicht als die nihilistische für naiv halte, ich erwähne es besser nicht.

Hinter der Hand hat man mir gesagt, ich hätte eine Stachelaura, Vibrationen gingen von mir aus, die am besten im Englischen auf den Punkt gebracht werden können: Fuck off! Vom Gesicht, das ich mache, möchte ich nicht sprechen. Aber Buster Keatons mimisches Repertoire ist gewaltig, wenn man es mit meinem vergleicht. „Google Bilder“ liefert Anschauungsmaterial von Buster Keaton.

Ich möchte nicht distanziert wirken, ich bin so. Wenn es also darum geht, dass ich dazugehören möchte in Konferenzen, am Tisch im Restaurant, im Supermarkt, in der Theaterpause, bei der Geburtstagsfeier - also überall, wo Menschen herumlungern - da gebe ich Sartre recht: „Die Hölle, das sind die anderen.“

Seit Jahren - oder sind es Jahrzehnte? - versuche ich meine soziale Inkompetenz zu korrigieren, habe mich selbst bedrängt mehr aus mir herauszugehen, präsenter zu sein, weniger ich. Es ist erschöpfend und selbstquälerisch.

Also, scheiß was aufs Dazugehören.

Trotz meiner eisiger Erscheinung und dem Mangel an scheinbar selbstverständlichen sozialen Fertigkeiten habe ich es geschafft, ein paar passable Freunde zu finden. Leute, die meine Macken akzeptieren, vielleicht sogar verstehen und mich nehmen, wie ich nicht gern bin. Mit sarkastischen Bemerkungen und nihilistischer Weltsicht.















Curry, Senf und Ketchup (Krimi)

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