Samstag, 3. Mai 2014

Neugier ist der Katze Tod (erster Teil 1/2)


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Buchläden liebten Eckhäuser und waren einmal wohlbesucht. Sonja besaß ihren Eckbuchladen seit fünf Jahren und war entschlossen, neue Kunden zu finden. Der Untergang des Ladens wäre ihr Untergang, den sie in ihrem Horizont nicht duldete. Sie hatte den ganzen Churchill in den Laden gesteckt: „Blood, Sweat and Tears“. Zwei gescheiterte Ehen mussten genügen. Dieser Laden war wie ein Freund, der nicht moserte, wenn sie zu viel Champagner trank. Auch um den Gedanken an den Untergang weich zu zeichnen.
Beim Klingeln der Eingangstür zuckte ihr Kopf hoch, die Augen aufgerissen. Von ihrem Hocker an der Kassentheke erblickte sie einen älteren Mann mit einem zerzausten Bart durch den Gang schlurfen. Sein Wollmantel war schwarz, Risse liefen am linken Ärmel entlang.
Als er bei ihr vorüberschlurfte und sie ihm zunickte, blickte er auf den Boden. Vielleicht suchte er Münzen. In der Unicafeteria war so ein pummeliger Bursche an den Tischen vorbeigeschlichen, den Blick immer auf dem Boden geheftet auf der Suche nach der verlorenen Zeit.
Der Bärtige zog eine Schleppe aus Alkoholdunst er hinter sich her.
Sonja war irritiert, aber auch seltsam fasziniert, als der Mann im Mittelgang des Ladens verschwand. Niemals zuvor hatte sie ihn gesehen, aber es war doch spannend, war es nicht spannend neuen Leuten zu begegnen? Sie sei zu kess, zu aufdringlich, zu dreist mit den Menschen, hatte ihre Mutter gern gepredigt. Einmal hatte sie sogar behauptet, deswegen habe Sonjas zweite Ehe nicht funktionieren können.
Sonja schüttelte ihren Kopf, versuchte die Stimme der Mutter aus ihrem Kopf zu schütteln. Vor zwei Monaten hatten sie ihre Mutter zur letzten Ruhe gebettet, aber sie ließ ihr noch immer keine Ruhe, beherrschte noch immer ihre Gedanken. Wenn ihre Mutter gewusst hätte, wie die Rechnungen sich stapelten. Jetzt häuften sich auch die leeren Flaschen in den Schränken, wo sie das Leergetrunkene versteckte vor den Blicken ihrer Freunde, die kamen, um ihre Trauerarbeit zu überwachen. Ihre Freundin Kathrin hatte das Wort benutzt, letzte Woche. Trauerarbeit! Saure Arbeit!
Sonja richtete die Prospekte auf der Theke aus zum dritten Mal. Sie atmete durch, stand auf und marschierte zum Gang, in dem der Mann vor ein paar Minuten verschwunden war. Es saß auf dem Holzboden mit dem Rücken an ein Regal gelehnt. Auf den überkreuzten Beinen lag ein Buch.
„Etwas Interessantes gefunden“, fragte sie. Er zuckte zusammen.
„Ja, ja!“, sagte er mit tiefer Stimme. „Ich, ich musste noch was lesen, etwas nachlesen.
Seine Stimme war krümelig und sie bemerkte, dass er das Buch zur Seite bewegte, weg von ihr. Sie wollte wissen, welches Buch er aufgeschlagen hatte, aber dazu hätte sie den Rücken oder den Umschlag sehen müssen. Sie waren in der Geschichtsabteilung.
„Darf ich sehen, welches Sie gewählt haben?“ Sie nickte zum Buch auf seinem Schoß und sofort hörte sie die Stimme ihrer Mutter: „Wie glücklich du leben würdest, wenn du dich um anderer Leute Sachen so wenig bekümmertest wie um deine eigenen.“ „Mir gehört der Buchladen“, sagte sie.
Sie bedauerte ihre Worte, als sie in sein ernstes Gesicht blickte, wünschte sich, sie zurücknehmen zu können.
Fortsetzung morgen








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